mit Pfr. Ingo Meißner und Musical „Die Räuber von Bethlehem“Lesung: Weihnachtsgeschichte
(Lukas 2, 1 - 20)Lieder:
- EG 54: Hört, der Engel helle Lieder
- EG 48: Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Fraun CCLI-Nr.: 4695633
- Kinderchor: In der Nacht von Bethlehem CCLI-Nr.: 4336741
- EG 44: O du fröhliche, o du selige CCLI-Nr.: 4340270
Predigt zum Familiengottesdienst
(24. Dezember 2024, Pfr. Ingo Meißner, Steinen)Das war mal ein ganz anderes Krippenspiel – oder? Und alles haben es super gemacht – vielen, vielen Dank nochmals dafür den vielen, die daran mitgewirkt haben und besonderes Dankeschön an Anja Maurer für die musikalische Leitung und Dorothea Kaltenbach für die Organisation und das Einstudieren des Theaterstücks.
Die Geschichte vom Kind in der Krippe. Dem Friedenskind. Dem Friedensbringer. Ganz praktisch.
Die Räuber klauten ja ein Schaf. Dann versteckten sie es in einem Stall.
Später sind die Räuber mit den Hirten auf dem Feld und hören die frohe Botschaft von der Geburt des Gottesohns. Und wollen dann auch schauen, was es damit auf sich hat.
Doch ist dies genau der Stall, wo sie das geklaute Schaf versteckt haben.
Die Hirten erkennen das gestohlene Schaf.
Den Räubern tut das alles schrechklich leid. Und anstatt, dass die verhaftet und bestraft werden, vergeben ihnen die Hirten, bieten eine Stelle als Schafwächter an. Friede und Versöhnung finden in Gegenwart Jesu statt. Eine wunderbare Geschichte.
Und auch heute noch bietet uns Jesu das an. Jedem von uns. Egal, wie mühselig und beladen ihr seid.
Egal, mit welcher Geschichte ihr in diesen Gottesdienst gekommen seid. Er bietet auch heute wieder an, dass er gerne enge Gemeinschaft mit jedem haben möchte.
Und er auf Ewigkeit mit euch verbunden sein möchte.
Und ihr dann auch spürt: Gott möchte sich mit euch versöhnen. Bietet euch Frieden an. Zwischen ihm und dir.
Eine Gemeinschaft, die dann Ewigkeitsbestand hat. Bis weit über unseren Tod hinaus. Eine Ewigkeitshoffnung.
Was uns speziell diese Tage an diese besondere Bedeutung von Weihnachten hinweist, ist der Weihnachtsbaum.
Hier haben wir ein besonders schönes Exemplar. Mit Sternen und Lichtern. Ihr zu Hause habt sicherlich auch einen schön geschmückten Baum.
Wo kommt das mit dem Weihnachtsbaum eigentlich her und was bedeutet er?
Es waren evangelische Christen im 16. Jdt., die besondere Symbolkraft des Weihnachtsbaumes für sich entdeckten und als Weihnachtsbotschaft begannen öffentlich und dann später auch in Privathäusern aufzustellen.
Erste sichere Berichte darüber kommen aus dem Elsass und zwar um 1600 herum.
Christen stellten einen Nadelbaum im Haus auf, hängten Äpfel und Oblaten daran. Das ist so ähnlich wie Esspapapier und wird teils auch heute noch im Abendmahl als «Brot» ausgeteilt.
Und am Fuss des Baumes wurde mit Moos ein kleines Gärtchen ausgelegt.
Was ist nun die «Predigt» des Baumes?
Grüne Bäume stehen seit jeher für Leben, für Leben und aufgrund ihres Alters auch für Beständigkeit.
Bei Nadelbäumen ist das Spezielle: sie sind immergrün. Als in gewissen Sinn ewig grün. Nicht so wie Laubbäume, die ihr Laub im Herbst verlieren.
So ist das Grün des Tannenbaums ein Zeichen für das ewige Leben, was Christen, Nachfolgern Jesu, versprochen ist.
Was war damals die Bedeutung des Gärtleins aus Moos?
Es ist ein Hinweis auf das Paradies ganz am Anfang der Schöpfung der Welt. Das Paradies, in dem Adam und Eva ganz enge und freundschaftliche Verbindung mit Gott hatten.
Und mitten im Paradies, so berichte die Bibel, steht ein Baum. Der Baum des Lebens. Mit Früchten daran.
Der Tannenbaum steht somit im übertragenen Sinn für diesen Lebensbaum des Paradieses.
Und die Äpfel, die erster Weihnachtsschmuck damals ab 1600 waren, stellen die Früchte am Baum des Lebens dar.
Später wurden aus den Äpfeln dann die roten Christbaumkugeln.
Jetzt geht es weiter: Bibelkenner wissen, dass der Baum des Lebens zweimal vorkommt: ganz am Anfang und dann nochmal ganz am Ende der Bibel im Buch der Offenbarung des Johannes.
Also: dieser Zeitstrahl steht für die Menschheitsgeschichte.
Am Anfang steht die Schöpfung und das Paradies mit Lebensbaum und seinen Früchten.
Adam und Eva vertrauen Gott nicht, dass er es wirklich gut mit ihnen meint. Dieses Misstrauen führt dazu, dass die Menschen nicht mehr in enger Gemeinschaft mit Gott leben können. Sie verlieren das Paradies und sind fortan mit Leid, Kriegen, Krankheit und Schmerz konfrontiert. Die Bibel nennt diese Trennung Sünde.
Im Weihnachtslied «O du fröhliche», das wir nachher noch singen, heisst es deswegen: «Welt ging verloren…»
Doch das Versprechen Jesu steht. Am Ende der Welt, wenn Jesus Christus einmal wiederkommen wird, gibt es eine Art neues Paradies, Gottes himmlisches Reich, wo wir wieder von Früchten des Lebensbaums essen werden. Und es gut wird.
Das Paradies kommt wieder.
Und zwischen Anfang und Ende Welt?
Das heisst es – auch im selben Lied: «Welt ging verloren, Christ ist geboren. Freue dich du Christenheit!»
Jesus Christus. Für dich und für mich geboren. Und später auch für dich und mich gestorben.
Damit alle, die Jesus Christus als ihren Retter anerkennen, ihm vertrauen, Vergebung Gottes in Anspruch nehmen können. Und neue Gemeinschaft mit Gott schon hier und jetzt möglich wird – und erst recht in Ewigkeit.
Hast du doch schon einmal bewusst zu Jesus bekannt? Ihm gesagt: dir vertrauen ich mein Leben an?
Diesen Gottesdienst bietet er es wieder ganz neu an.
Und du kannst es ihm auch heute wieder in Gedanken, im stillen Gebet, ihm sagen: ja, ab heute will ich wieder das erste Mal oder wieder ganz neu vertrauen. Vertrauen, dass du für mich auf die Welt gekommen bist. Dass du auch für mich gestorben bist.
Und es dann im Glauben in Anspruch nehmen: eine neue Gemeinschaft mit Gott im Himmel ist wieder möglich geworden. Gemeinschaft, mit Ewigkeitswert.
Lasst uns noch kurz auf ein paar weitere Entwicklungen am Weihnachts- oder besser Christbaum oder Lebensbaum blicken.
Die Sterne am Baum: ein Hinweis auf den Stern von Bethlehem, damals im Stall. Und Christus unser guter Stern im Leben.
Die Oblaten. Das wurden später dann andere Lebensmittel wie Lebkuchen oder Süssigkeiten draus.
Ein Hinweis auf Jesus Christus. Er hat einmal gesagt: Ich bin das Brot des Lebens. Wer von mir isst, wird satt werden.
Und Bethlehem heisst übersetzt auch Brothaus. In Anspielung auf eine andere Geschichte aus dem Alten Testament.
Und letztlich Lichter am Baum, ohne den heute ein Weihnachtsbaum nicht vorstellbar wäre: ein Hinweis auf Jesus Christus, das Licht der Welt.
Ich wünsche dir von Herzen, dass dir heute wieder ganz neu ein Weihnachtslicht aufgeht.
Dass Jesus Christus auch in deinem Herzen immer wieder neu mit seinem Licht scheint und es froh und hell macht.
Und ich wünsche dir, dass deine Beziehung zu unserem Herrn und Gott immer weiter grünen kannst und du geistlich gesehen wächst und gedeihst und dann später einmal in enger Gemeinschaft mit Gott im Paradies sein kannst.
Oder um es mit Worten eines anderen Kirchenliedes zu sagen:
(von Nikolaus Herman 1560): „Heut schließt er wieder auf die Tür / zum schönen Paradeis / der Kerub steht nicht mehr dafür. / Gott sei Lob, Ehr und Preis.“
Amen.