Samuel Gobat - ein Leben für jüdische und arabische Menschen | Segensspuren 2.0

- 09.08.2026 - 

10. Sonntag nach Trinitatis

Samuel Gobats Weg führte vom Berner Jura über Basel und Äthiopien nach Jerusalem. Die Predigt erzählt von seiner Gottesbegegnung, seinem Verständnis von Rechtfertigung und Heiligung sowie seinem Dienst an jüdischen und arabischen Menschen. Im Zentrum steht die Hoffnung, dass Jesus Trennendes überwindet und Frieden schafft.

Weitere Predigten und Livestreams:
Zum YouTube-Kanal Ev. Kirchengemeinde Steinen
Sonntagsgottesdienst in der Petruskirche Steinen
mit Pfarrer i.R. Martin Rösch
 
Predigt: Samuel Gobat - ein Leben für jüdische und arabische Menschen
 
Lieder:
  • EG 452: Er weckt mich alle Morgen CCLI-Nr.: 4346188
  • EG 606: Die Sach ist dein, Herr Jesu Christ CCLI-Nr.: 4344496
  • EG 241: Wach auf, du Geist der ersten Zeugen CCLI-Nr.: 5207958
  • EG 579: Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi
CCLi Liedlizenz 5100265

Predigt zu: Samuel Gobat - ein Leben für jüdische und arabische Menschen

(9. August 2026, Martin Rösch, Ev. Kirchengemeinde Steinen)
 
Liebe Gemeinde, Samuel Gobat, ganz korrekt Goba ausgesprochen, wurde 1799 in Crémines im französischsprachigen Teil des Kantons Bern geboren. Er wuchs in einer Bauernfamilie auf, für die der Gottesdienstbesuch selbstverständlich war. Seit seiner Kindheit war er Bibelleser. Rückblickend berichtet er, wie gut er die Bibel kannte, zugleich aber auch von Zweifeln und einem Leben ohne persönliche Beziehung zu Gott. Er bekannte, lange nicht empfunden zu haben, einen Erlöser zu brauchen.
 
Eines Sonntags wurde er nach eigener Aussage von einem starken Bewusstsein der Gegenwart Gottes getroffen. Beim Lesen der Bibel erkannte er seine Schuld und betete zu Gott, ihm Jesus Christus zu offenbaren. Nach einem langen inneren Ringen rief er die Worte Jakobs: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. Danach erlebte er Gewissheit der Vergebung und Vertrauen auf Jesus Christus als Erlöser, Herr und Gott. Die restlichen Stunden jener Nacht bezeichnete er als die glücklichsten seines Lebens.

Rechtfertigung und Heiligung

Samuel Gobat berichtet auch von seiner Mutter. Durch die Beschäftigung mit Bibelworten erkannte sie, dass sie sich nicht auf eigene Leistungen verlassen konnte, sondern auf das Heil in Jesus Christus. Gobat fasste diese Erkenntnis in den Begriffen Rechtfertigung und Heiligung zusammen. Rechtfertigung bedeutet, dass Gott einen Menschen aus Gnade gerecht spricht. Heiligung bedeutet, dass ein Mensch sein Leben an Gottes Willen ausrichtet und in Liebe zu Gott und den Mitmenschen lebt.

Israel und die rettende Botschaft

Die Familie Gobat bewegte die Frage nach dem Volk Israel. Genannt wird die rettende Botschaft aus Römer 1,16: zuerst die Juden, aber auch alle anderen Menschen. Nach seiner Gottesbegegnung wollte Samuel Gobat Menschen aus dem jüdischen Volk und aus anderen Völkern die Botschaft von Jesus verständlich weitergeben.

Ausbildung und Mission

Samuel Gobat wurde von der Basler Mission aufgenommen. Er lernte Deutsch, Englisch, Griechisch, Hebräisch und Latein und absolvierte eine Ausbildung als Buchdrucker. Später lernte er in Paris Arabisch und konnte den Koran in der Ursprache lesen. Anschließend wurde er für den Dienst in Äthiopien vorbereitet. Dort setzte er sich für die Verbreitung der Bibel und für Reformen ein. Gemeinsam mit seiner Frau Maria erlebte er schwere Belastungen, Krankheiten und den Tod eines Kindes.

Jerusalem

Ab 1846 lebte die Familie Gobat in Jerusalem. Er diente einer lutherischen und anglikanischen Gemeinde. Neben Gottesdiensten entstanden Schulen, Ausbildungsstätten und weitere soziale Einrichtungen. In seinen Berichten schilderte Gobat das Interesse vieler Menschen an der Bibel und die Herausforderungen insbesondere für jüdische Menschen, die sich offen zu Jesus bekannten.
 
Sein Anliegen war es nicht, Menschen in erster Linie zu einer bestimmten Kirche zu führen, sondern sie zu Jesus Christus als Quelle der Wahrheit und des Lebens. Unter seinem Wirken entstanden evangelische Gemeinden, die teilweise bis heute bestehen.

Ein neuer Mensch

Zum Ende der Predigt erinnert Martin Rösch an Begegnungen zwischen jüdischen und arabischen Nachfolgern Jesu in Jerusalem. Im Mittelpunkt steht die Aussage aus Epheser 2, dass Jesus Juden und Nichtjuden zu einem neuen Menschen macht und Frieden schafft. Durch seinen Tod hat er beide mit Gott versöhnt und zu einem Leib zusammengefügt.